Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension

 

Beschreibung

Für Arbeiter/innen gilt der Begriff „Invalidität” und für Angestellte der Begriff „Berufsunfähigkeit”.

Invalidität liegt dann vor, wenn der Arbeiter aus Gesundheitsgründen einen in den letzten 15 Jahren ausgeübten, erlernten (angelernten) Beruf wegen herabgesunkener Arbeitsfähigkeit nicht mehr ausüben kann.

Bei Ausübung einer unqualifizierten Tätigkeit (z.B. Hilfsarbeiter) gelten Versicherte als invalid, wenn sie zu keiner geregelten Erwerbstätigkeit mehr fähig sind bzw. keine zumutbare Tätigkeit mehr ausüben können. Damit können diese ArbeitnehmerInnen auf jede Tätigkeit verwiesen werden, die sie aufgrund der verminderten Arbeitsfähigkeit noch verrichten können. Ungelernte Arbeitnehmer haben daher grundsätzlich keinen Berufsschutz.

Seit 1.7.2000 gelten aber auch ungelernte Arbeiter dann als invalid, wenn sie das 57. Lebensjahr vollendet haben und aus Gesundheitsgründen der Tätigkeit nicht mehr nachgehen können, die sie in den letzten 15 Jahren vor dem Stichtag mindestens durch zehn Jahre ausgeübt haben. Dabei sind zumutbare Änderungen dieser Tätigkeit zu berücksichtigen (§ 255 Abs 4 ASVG).

Bei einer Angestellten/einem Angestellten liegt Berufsunfähigkeit vor, wenn die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person infolge seines oder ihres körperlichen oder geistigen Zustandes so weit gesunken ist, dass sie weniger als die Hälfte einer/eines gesunden Versicherten beträgt, die/der über eine vergleichbare Berufsausbildung und gleichwertige Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Dies wird durch eine ärztliche Begutachtung festgestellt

Bei Angestellten wird die Rente als Berufsunfähigkeitspension bezeichnet, bei Selbständigen als Erwerbsunfähigkeitspension

 

Invaliditätspension nur mehr bei dauerhafter Invalidität - Einstellung der befristeten IV-Pension 2014

Eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension gibt es nur noch bei dauerhafter, nicht mehr bei vorübergehender, Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit. Dies gilt für alle Personen, die am 1. Jänner 2014 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

 

Rehabilitations- bzw. Umschulungsgeld bei vorübergehender Invalidität

Für Fälle der vorübergehenden Berufsunfähigkeit bzw. Invalidität wird, statt einer befristeten Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension, ein Rehabilitationsgeld bzw. ein Umschulungsgeld ausbezahlt. Dieses dient als Unterhalt für gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die an zweckmäßigen und zumutbaren Maßnahmen teilnehmen und damit ihre Chancen auf Beschäftigung steigern.

 

Ausnahmen für über 50-Jährige und Bezieher einer befristeten Invaliditätspension

Für Personen, die am 1. Jänner 2014 das 50. Lebensjahr bereits vollendet haben, gelten die bisherigen gesetzlichen Regelungen weiterhin. Personen, die am 31. Dezember 2013 bereits eine befristete Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension beziehen und das 50. Lebensjahr am 1. Jänner 2014 noch nicht vollendet haben, können ihre befristete Pension bis zum Auslaufen der aktuellen Befristung unter den bisherigen Bedingungen weiterhin beziehen.

 

Anspruchsvoraussetzungen für dauerhafte Invaliditätspension

Die wesentlichen Anspruchsvoraussetzungen für eine Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension sind:

  • Nachweis einer bestimmten Anzahl von Versicherungsmonaten (Mindestversicherungszeit)
  • Berufsunfähigkeit bzw. Invalidität
  • noch keinen Anspruch auf Alterspension oder vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer

Ein bestimmtes Antrittsalter ist nicht vorgesehen, jedoch muss eine gewisse Versicherungszeit vorhanden sein.

Zusätzlich muss die Dauer der Berufsunfähigkeit bzw. der Invalidität mindestens sechs Monate betragen.

 

Antragstellung

Die Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension sollte mit dem dafür vorgesehenen Formular beantragt werden. Der Antrag ist beim zuständigen Pensionsversicherungsträger einzubringen (das ist derjenige bei dem der Versicherte in den letzten 15 Jahren überwiegend beschäftigt war).

Für den Anspruch auf Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses erforderlich.

Im Verfahren über die Zuerkennung einer Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension beurteilen Sachverständige aus der Medizin zunächst den Gesundheitszustand, welche Einschränkungen vorliegen und welche Tätigkeiten der Antragsteller ausüben kann. Sachverständige der Berufskunde untersuchen dann, ob und welche verwandten Berufe es gibt.

Über die Gewährung einer Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension entscheidet der Pensionsversicherungsträger mit Bescheid.

 

Höhe der Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension

Die Pensionsformel für die Berechnung der Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension entspricht derjenigen zur Berechnung der Alterspension.

Die Höhe der Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension ist somit abhängig vom Pensionsantrittsalter, von der Bemessungsgrundlage, von der Zahl der erworbenen Versicherungsmonate und von der Zahl der Kindererziehungsmonate.

 

Bezugsdauer

Die Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension wird grundsätzlich höchsten für 24 Monate befristet gewährt. Gegen diese Befristung ist kein Rechtsmittel zulässig. Nach Ablauf einer befristet gewährten Pension kann diese auf Antrag beim zuständigen Pensionsversicherungsträger weitergewährt werden, wenn trotz zumutbarer Rehabilitationsmaßnahmen die Wiedereingliederung in das Berufsleben nicht erreicht werden kann.

Ein Pensionsbezug ohne jegliche zeitliche Befristung ist dann möglich, wenn aufgrund des körperlichen oder geistigen Zustands eine dauernde Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit anzunehmen ist.

Zugang

Antrag beim zuständigen Pensionsversicherungsträger

Downloads

 Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension - eine Informationsbroschüre der Pensionsversicherungsanstalt (Stand 2013

 Hier finden Sie umfangreiche Informationen zur Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension

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Letzte Änderung: 30.01.2014 14:07 · Zum Seitenanfang